Terrarium Steuerung mit Siemens LOGO!

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    ich komm hier nun zum Herzstück meines Terrariums, die Steuerung durch eine Siemens LOGO!


    Hier werden der Aufbau, die Verkabelung, die Funktionsweise usw. dokumentiert.


    Oberstes Gebot, Leute, die sich in Sachen Elektronik wenig oder gar nicht auskennen, sollten die Finger davon lassen, sonst könnte es sein, dass dies das Letzte war, was sie in ihrem Leben gemacht haben!!
    Hier wird mit Hochspannung hantiert :!:


    Wenn Ihr sowas unbedingt selbst bauen wollt und nicht genau wisst wie, holt Euch jemanden, der sich damit auskennt, dass ist wirklich kein Spaß!!


    Ausserdem kann ich Euch gleich sagen, dass die ganze Steuerung allein, alles in allem, schon so ca. einen Taui (€ 1000.-!!!) gekostet hat!


    Der Vorteil liegt natürlich klar auf der Hand: keine auf dem Markt erhältliche und fertige Terrariumsteuerung kann mit den Einstellungs-und Erweiterungsmöglichkeiten der LOGO! mithalten.
    Glücklicherweise arbeite ich bei einem Leuchtenhersteller, somit bekam ich die Kabel und diverses Zubehör zum Nulltarif oder aus dem Kabelmüll, ihr würdet Euch wundern, was bei uns alles weggeschmissen wird!


    Man sollte sich vorher zudem ernsthaft überlegen, was man realisieren möchte und was einem als überflüssig erscheint, da hat jeder seine eigenen Vorstellungen.
    Ich hab mir zum Beispiel eine Gewittersimulation, Wolkensimulation, einen Sonnenauf-bzw. Sonnenuntergang (mit Abendsonne), einen Wasserfall, eine Nebelsteuerung, eine steuerbare Regenanlage und Luftzirkulation in den Kopf gesetzt. All dies wird nicht nur automatisch geregelt, sondern auch manuell ein- und ausschaltbar über Tasten in einem Gehäuse, das aussen am Terrarium angebracht wurde.

    Solch eine komplexe Steuerung gibt es nicht fertig im Handel zu kaufen!
    Also hab ich mich nach langem Suchen und reiflicher Überlegung für die Siemens LOGO! entschieden.


    Es blieb mir auch nichts anderes übrig, als mich der Herrausvorderung alleine zu stellen, da alle, die ich um Rat gebeten hatte, nur gelacht oder mir davon abgeraten haben, somit stand ich allein da mit meinem Vorhaben, nur das liebe Internet diente mir als Hilfestellung und durch das Suchen kam ich auch auf dieses Forum!
    Allerdings bin ich auf dem Elektroniksektor schon ein bisschen bewandert, war also kein absolutes Neuland, dennoch in diesem Umfang und mit den Geräten neu.


    Als Neuling auf dem Gebiet der SPS Steuerung hab ich natürlich auch etliche Fehler gemacht. Zum Beispiel habe ich mir das Logikmodul, sowie die Ein-Ausgangserweiterungen als Relaisversion gekauft. Später habe ich erfahren, dass es empfehlenswert sei, Koppelrelais zwischen LOGO! und Endverbraucher zu klemmen, damit schont man nicht nur die Ausgänge der LOGO!, im Falle eines Defekts, muss man nicht gleich das komplette LOGO Modul austauschen, sondern man holt sich einfach nur ein neues Relais, dass man ganz unkompliziert austauschen kann!
    Die Koppelrelais von Finder verfügen über austauschbare Relais und zudem werden defekte Relais angezeigt, ein langes Suchen ist überflüssig. Man kann sich also die LOGO! auch als Transistorversion zulegen, die sind etwas billiger, wenn man die Version mit Koppelrelais umsetzten will!
    Ausserdem habe ich bemerkt, als ich schon fast fertig war mit allem, dass ich ein falsches Logikmodul gekauft hatte!
    Meines hatte keine analogen Eingänge, welche unerlässlich sind, wenn man Temperaturfühler mit betreiben will, denn für das analoge Erweiterungsmodul AM2 RTD 2AE PT100/PT1000, über das die Fühler angesteuert werden, braucht man diese Eingänge, sonst kann keine Temperatur ausgelesen werden!
    Das waren so die gröbsten Schnitzer.
    Das war auch ein Grund diese Doku zu machen, für all diejenigen, denen es ähnlich wie mir geht.
    Jetzt geht’s los!


    An dieser Stelle möcht ich mich auch gleich beim Philipp (aus einem anderen Forum) und beim Daniel (www.wildes-wohnzimmer.net) bedanken, die mir sehr gute und hilfreiche Tipps gegeben haben.


    Ich komm jetzt mal zur Auflistung der benötigten Teile:


    Steuerung:
    1 x Logikmodul 12/24RC 6ED1 052-1MD00-0BA6 12/24 V/DC
    1 x Powermodul DC 24V/2,5A 6EP1332-1SH42-0AA0
    1 x Erweiterungsmodul DM8 12/24R 6ED1 055-1MB00-0BA1 12/24 V/DC
    1 x Erweiterungsmodul DM16 24R 6ED1 055-1NB10-0BA0 24 V/DC
    1 x Erweiterungsmodul AM2 AQ 6ED1 055-1MM00-0BA0 24 V/DC
    1 x Erweiterungsmodul AM2 RTD 2AE PT100/PT1000 6ED1 055-1MD00-0BA1 12/24 V/DC
    1 x USB Programmierkabel 6ED1 057-1AA01-0BA0
    1 x Soft Comfort 6.1
    16 x Koppelrelais Finder 4C.01.9.024.4050
    1 x FI Schutzschalter
    10 x Sicherungsautomat S 201- B 16
    1 x Temperaturfühler Pt100 (3m Silikon (3 x 0,22 mm²)
    1 x Temperaturfühler Pt100 (2m Silikon (3 x 0,22 mm²)
    2 x Eltako Stromstoß-Dimmschalter EUD12M-UC
    1 x Verteilerklemme blau (Nulleiter)
    1 x Verteilerklemme grau
    2 x Botex CT 110R 1-Kanal Dimmer
    16 x WAGO Installations-Etagenklemme
    1 x WAGO Durchgangsklemme blau
    1 x WAGO Durchgangsklemme grau
    1 x WAGO Schutzleiterklemme gelb/grün
    1 x WAGO Trennklemme
    2 x WAGO Sammelschienenträger
    1 x WAGO Schienenabdeckung
    1 Meter WAGO Sammelschiene
    1 x WAGO Abschluss-u. Zwischenplatte
    1 x Merten Vollgummi Schukostecker
    3 x Europa Kupplung
    1 x EVG Osram PTi 70 Watt
    1 x EVG Osram PTi 35 Watt
    1 x EVG Tridonic PCI 0070 70 Watt
    1 x 12 V Netzteil (für die Lüfter)
    10 x MinMax Stecker schwarz
    1 x Kippschalter (zum Ein-Ausschalten der LED)
    1 x LED Streifen selbstklebend kaltweiss
    1 x EVG Osram Optotronic PT 20 (24V)
    diverse Aderendhülsen
    diverse Kabelhalter


    Kabel:
    ca. 5 Meter NYFAW 1 x 0,75 mm² grün/weiss
    ca. 5 Meter NYFAW 1 x 0,75 mm² blau/weiss
    ca. 5 Meter NYFAW 1 x 0,75 mm² rot/weiss
    ca. 5 Meter NYFAW 1 x 0,75 mm² schwarz/weiss
    ca. 5 Meter NYFAW 1 x 0,75 mm² lila/weiss
    ca. 5 Meter YAW 1 x 1,5 mm² lila
    ca. 5 Meter YAW 1 x 1,5 mm² blau
    ca. 15 Meter H05V-K 1 x 0,50 mm² rot
    ca. 15 Meter H05V-K 1 x 0,50 mm² schwarz
    ca. 9 Meter H03VV-F 3 x 0,75 mm² schwarz
    ca. 2 Meter H05VV-F 3 x 0,75 mm² schwarz
    ca. 9 Meter SIHSI 3 x 0,75 mm² mit Steuerleitung (5kV!!)
    ca. 1 Meter H05RR-F 3 x 2,00 mm²


    Schaltschrank:
    1 x Kieferholzplatte 6 mm
    1 x Acrylscheibe
    Messingnägel & kleine Spaxschrauben
    4 Scharniere
    2 Druckmagnete
    1 x LED Streifen selbstklebend kaltweiss
    1 x Kippschalter (zum Ein-Ausschalten der LED)
    1 x Hutschiene
    7 x M13 Aluminiumzugentlastung
    8 x M10 Aluminiumzugentlastung
    1 x M16 Kabelverschraubung (Kleinhuis)


    Steuerungsgehäuse:
    Reststücke der Kieferholzplatte 6 mm
    Messingnägel & kleine Spaxschrauben
    8 x grosse Drucktaster (Schließer)
    3 x Miniatur Drucktaster (Schließer)
    1 x Poti Lüftersteuerung (Case King Computerzubehör)
    1 x Dimmer
    3 x Metallzugentlastungen
    7,5 Meter Flexschlauch 7,2 mm (Panzerrohr)
    40 Meter H05V-K 1 x 0,50 mm² rot
    40 Meter H05V-K 1 x 0,50 mm² schwarz



    Schritt 1
    Der Schaltschrank:


    Ich habe mir wochenlang den Kopf zerbrochen und im Internet nach einem passenden Schaltschrank gesucht, doch das ganze Plastikzeug war entweder zu gross oder zu klein.
    Etwas passendes für meine Vorstellungen hab ich nicht gefunden!
    Somit habe ich mich dann entschlossen, mir selber einen aus Holz zu bauen!


    Mir ist schon bewusst, das ein Schaltschrank aus Holz nicht so ganz VDE konform ist, die Anforderungen der Schutzart IP 45 erfüllt dieser meines Wissens allerdings schon.
    Ich konnte leider bis zum Zeitpunkt des Baues eigentlich auch nichts finden, um den Schaltschrank den Brandschuzbestimmungen nach zu fertigen!
    Erst danach fand ich eine Möglichkeit, ein Mittel, mit dem man Holz feuerhemmend behandeln kann.
    Ob und wie weit das dann den Brandschuzbestimmungen entspricht muss ich noch recherchieren, desegen gibt’s an der Stelle keine Hinweise!
    Vielleicht weiß der eine oder andere hier im Forum noch Rat.
    Ich hab scließlich meinen Schaltschrank innen noch mit Epoxidharz behandelt.


    Jetzt aber wieder zurück zum Bau.
    Planen war wieder angesagt, schließlich musste da alles für die Steuerung rein passen und zugänglich sein!
    Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon fast alle Elektronik Komponenten zusammen, so konnte ich genau ausmessen wie gross der Schaltschrank werden muss (zu der ganzen Elektronik, Verkabelung usw. komm ich später).


    Also suchte ich in diversen Baumärkten nach dünneren Kieferholzplatten, die ich verwenden konnte.
    Dann stieß ich auf die 6mm Platten, die mir ausreichend stabil erschienen.
    Es sollte wie ein richtiger Schaltschrank werden, mit Türen und Sichtfenstern.


    Also ran ans Werk.
    Die ersten Bilder zeigen die Entstehung Türen, erst das Loch aussägen, dann die Stufe fräsen für die Acrylscheiben, die Seitenteile des Schaltschrankes mit Lüftungsschlitzen auf der einen und die Löcher für die Zugentlastungen der Kabel auf der anderen Seite. Hierfür lieber ein oder zwei Löcher mehr bohren, als am Ende eins zu wenig zu haben, war hier das Motto und es hat sich letztendlich bezahlt gemacht!
    Es blieb kein Loch übrig :lokomotive:


    Da das komplette Terrarium mit Möbelöl behandelt wurde, sollte hier keine Ausnahme gemacht werden. Als alle Teile zurecht gesägt, dann aussen mit Möbelöl behandelt und getrocknet, zudem die Innenteile mit Epoxidharz versehen waren, wurde der Schaltschrank zusammengebaut. Hierfür habe ich kleine Nägel genommen, zuvor allerdings noch mit einem kleinen Bohrer (1,5) Löcher vorgebohrt, um ein Spalten oder Springen des Holzes zu vermeiden. Den Deckel und die Türen habe ich noch nicht befestigt, um beim Verkabeln mehr Bewegungsfreiheit zu haben.


    In die Löcher kamen nun die Zugentlastungen für die Kabel, 6 Zugentlastungen M13, 9 Zugentlastungen M10 aus Aluminium (Sonderanfertigung für unsere Firma), eine Kabelverschraubung M16 aus Plastik für die Stromversorgung und 4 Löcher als Durchführungen für die Flexschläuche, indem u.a. die Kabel der Tastersteuerung sind.


  • Schritt 2
    Das Tastergehäuse:


    Parallel zu dem Schaltschrank habe ich das Gehäuse für die manuelle Steuerung aus den selben Kieferholzplatten gebaut.


    Auch hier sollte man sorgfältig planen, je mehr Taster man haben will, desto grösser muss das Gehäuse dimensioniert werden. Bei mir waren es insgesamt 11 Taster (Gewitter schwer, Gewitter leicht, Wolken links, Wolken rechts, Nebler, Regenanlage, Sonnenuntergang, Lüfter Zirkulation, Lüfter, Heizkabel, Wasserfall). Die Kabel im Inneren dürfen dabei nicht ausser Acht gelassen werden, da kommt so einiges an Kabeln zusammen, zudem soll auch noch ein Dimmer für ein manuell steuerbares Heizkabel rein.


    Nach der Planung wurden schließlich alle Teile gesägt, gebohrt, geschliffen und wieder geölt. In die Frontplatte des Gehäuses sollen 8 grosse Drucktaster, 3 Miniatur Drucktaster, ein Poti für die Lüftersteuerung. In die Seitenplatte, die vom Terrarium weg zeigt, der Drehpoti vom Dimmer und in die Bodenplatte die Löcher für die fetten Metallzugentlastungen. Hier muss man vorsichtig zu Werke gehen, da alles sehr eng zusammen liegt und nichts brechen darf, sonst kann man alles nochmal machen!


    Für die Bohrungen der grossen Taster habe ich zusätzlich noch den Senker verwendet, damit die Metallauflageringe an den Tastern schön eingebettet sind. Bei dem Lüftersteuerungspoti musste an der Innenseite noch ein kleines Arretierungsloch gebohrt werden. Dann wurde auch hier alles geschliffen und anschließend mit Möbelöl eingelassen.


    Jetzt kam der Lötkolben zum Einsatz. Es mussten jeweils 2 Kabel an die Taster gelötet werden und dies auf kleinstem Raum. Ich habe jeweils ein schwarzes Kabel (Eingang LOGO!) und ein rotes Kabel (+24V Leitung) verwendet und jedes Paar markiert, damit ich diese später wieder zuordnen kann. So kamen schnell 28 Kabel zusammen und die sollten in 3 Flexschläuchen verschwinden. Das ist wirklich eine Herrausvorderung!


    Nach langer Überlegung machte ich mich daran.
    Den Anfang machte ein rundes Plastikrohr, das innen hohl war (es war der Drehstab, womit man eine Jalousie abdunkeln kann). Dazu machte ich mir eine Elektroleitung (einadrig 0,75mm²), die ich an einem Ende mehrmals umgebogen habe, zu Nutze. Die wurde dann in das Plastikrohr gesteckt, so weit und so fest es ging. Der Grund war, die Elektroleitung ist auf halber Strecke immer steckengeblieben und hat sich umgebogen, ein Weiterkommen war nicht mehr möglich und schließlich musste es ganz durch das Flexschlauch durch, damit man später die anderen Kabel daran zum Durchfädeln befestigen kann!
    Das war bei dem Flexschlauch äusserst schwierig, nicht nur weil das ca. 3 Meter lang war, sondern auch weil das ja innen nicht glatt, sondern geriffelt ist, schließlich soll es ja biegbar sein.
    Als der Draht dann in dem Flexschlauch drin war, musste ein Ende mit den Kabeln der Taster verbunden werden. Dazu müssen die Kabel ordentlich, wenn möglich gerade, ausgelegt werden, damit nichts verdreht ist, dann werden die Enden auf einer Länge von ca 3 – 4 cm abisoliert. Dann alle Kabelenden zusammendrehen (wenn man die etwas versetzt zusammendreht wird’s nicht so dick auf einer Stelle) und am Schluss mit dem Draht verbinden.
    Ich hab diesen dann mit eingedreht, einen Teil überstehen lassen und dann umgebogen, so konnten die Kabel nicht einfach von dem Draht rutschen.
    Und jetzt braucht's Fingerspitzengefühl und Geduld!
    Am besten das eine Ende ohne Kabel an einem festen Gegestand befestigen (bei mir war's die Türklinke) und vorsichtig die Kabel in den Flexschlauch einfädeln. Sobald ein Widerstand da ist, versuchen die Kabel zu drehen oder ein Stückchen zurückziehen und nochmal versuchen. Man darf auch nicht mit aller Gewalt anziehen, sonst löst sich sofort die Verbindung zwischen Draht und den Kabeln!
    Ein Trick ist es, mit einer Hand die Kabel zu halten und mit der anderen den Flexschlauch immer ein Stückchen zu sich herziehen. Normalerweise ist das nicht so ein Stress, aber bei ich hatte nur diesen Flexschlauch und da passten gerade mit Müh und Not 10 Kabel durch (es gibt sicherlich auch eine einfachere Methode, mir fiel nur in dem Moment keine ein z.B. Einzugsfeder und Öl oder Spüli :strafe: ).
    Beim letzten der 3 Flexschläuche mussten dann „nur“ noch 8 Kabel durch und das ging eigentlich ganz entspannt. Nach einer verdienten Pause mit Bier und Zigaretten :popcorn:
    habe ich die 3 Flexschläuche in die Metallzugentlastungen am Gehäuse verschraubt und fertig war der Kabelsalat mit Tastern.


    Ich habe vorher auch noch den Dimmer und die Lüftersteuerung, sowie stichprobenartig ein paar Taster auf Funktion getestet, nur um sicher zu gehen, da später ein Reparieren sehr mühselig gewesen wäre.
    Der Boden, die Rückseite und die Vorderseite wurden geschraubt, damit, falls mal was sein sollte, ein leichter Zugang zum Innenleben gewährleistet wird.
    Die Rückseite konnte ich allerdings jetzt noch nicht anschrauben, da dass Gehaüse ja am Schluss noch am Terrarium befestigt werden muss, da kommen wieder Rampa-Muffen zum Einsatz.


  • Schritt 3
    Die Verkabelung:


    Jetzt widmete ich mich wieder dem Schaltschrank.


    Dieser wurde nun in dem Unterschrank des Terrariums befestigt. An der Seitenwand des Unterschrankes habe ich 4 Rampa-Muttern eingeschraubt, dort soll nun der Schaltschrank befestigt werden.


    Mit den Schrauben wurden gleichzeitig auch die Hutschienen befestigt, die zuvor auf Maß geschnitten wurden. Anschließend alle Steuerungskomponenten auf die Hutschiene gepackt und ausgerichtet. Zum Verkabeln habe ich einadrige Elektroleitungen (NYFAW 0,75 mm²) genommen, mit diesen kann man besser verdrahten, weil dieser einadrig und starr ist, somit auch für die Aufnahmen der Komponenten besser geeignet, als eine feindrahtige Leitung. Man sollte auch, wenn's geht, verschiedene Farben verwenden. Damit kann man die unterschiedlichen Anschlüsse farblich codieren. Dies kann bei einem Fehler sehr nützlich sein.


    Generell sollte darauf geachtet werden, dass 230V und <30V getrennt verlegt werden, wegen der elektrischen Induktion!
    Wenn 230V und 24V parallel aneinander liegen, kann sich im 230V Kreis ein Magnetfeld auf, das auf die 24V Kreise (auch auf die Fühlerkabel) übertragen werden kann!
    Aufgrund der engen Platzverhältnisse ist mir dies nicht 100%ig gelungen, sofern das aber nicht auf längerer Strecke der Fall ist, ist das Risiko auch geringer.

    Auf dem 2. Bild wurde bereits die Enspeisung verdrahtet. Für die 230 Volt Einspeisung habe ich wieder einadrige Elektroleitungen, diesmal mit mit 2,00 mm² genommen. Diese wurden direkt vom FI in die WAGO Klemmen eingespeist. Daraus wurde auch das Powermodul der LOGO! Mit Strom versorgt.


    Von dort geht einmal die +24V Leitung erst in die Zusatzsicherung der LOGO! und weiter in die +24V Eingangsklemme des Logikmoduls (die Sicherung wird empfohlen zwischen Powermodul und Logikmodul zu schalten), parallel dazu die Minus Leitung direkt in das Logikmodul. Gleichzeitig erhalten die 24V Verteilerklemmen (blau/grau) auch ihre Stromversorgung aus dem Powermodul.


    Als nächstes müssen die ganzen Relaisausgänge der LOGO! (Q1/2, Q2/2 usw.) mit den Relaiseingängen der Finder Koppelrelais (A1) verbunden werden. Die Relais der LOGO! (Q1/1, Q2/1 usw.) werden mit 24 Volt gespeist von den 24V Verteilerklemmen. Um nicht im Kabelwahnsinn zu ersticken, hab ich immer das 1., das 3., das 6. usw. Relais der LOGO! eingespeist, die anderen habe ich gebrückt (einfach aus einem kleinen Stück Draht ein U biegen und dann Q1/1 mit Q2/1 usw. verbinden). Von der 24 Volt Nulleiterverteilerklemme werden Leitungen in die Koppelrelais gelegt (A2).


    Über die Sicherungsautomaten kommen nun die 230V Lasten in die Koppelrelais. Die 230V Spannung kommt direkt von den WAGO Durchgangsklemmen in die Koppelrelais.


    Die 24V bzw. 12V Verbraucher habe ich nicht extra abgesichert.


    Auf dem 4. Bild sieht man das ganze Verkabelungschaos, ausserdem die Lampe links im Bild, mit der ich immer mal wieder sporadisch die Funktionen getestet habe.


    Die Eltaco Stromstoß-Dimmer müssen auch mit 230V versorgt werden und die Verbraucher laufen hier ebenfalls erst über die Sicherungsautomaten.
    Mit den Eltaco Stromstoß-Dimmern wird ein Zusatz-Spot und das Rotlicht für den Sonnenuntergang gesteuert. Es wird hochgedimmt wenn Strom anliegt und abgedimmt wenn der Strom weg ist. Man kann mit diesen Dimmern mehrere Dimmvorgänge realisieren, z.B. Treppenhauslicht, Kinderzimmer etc. und die Zeiten, sowie die Helligkeit (ab welcher Helligkeit hochgedimmt wird und wie weit) sind auch noch einstellbar. Zwar nicht so fein wie mit der LOGO!, aber für meine Zwecke war das ausreichend.


    Für die Beleuchtungsanlage müssen noch die EVG's angeschlossen werden, bei den Kabeln für die Halogenmetalldampflampen muss man auf das Zündkabel und die Markierung am EVG achten, hier jagen später 5kV durch, deshalb auch die speziellen SIHSI Kabel mit einer dickeren Isolierung des Zündkabels!
    Diese können auch (leider) nicht gedimmt werden!
    Beim Einschalten ist das nicht so schlimm, die brauchen ein bisschen bis sie die volle Leuchtkraft erreicht haben, aber beim Ausschalten wird’s halt plötzlich dunkler und das können die 50 Watt Spots nicht so ausgleichen, kommen halt schnelle Wolken :hust:


    An den Eingangsklemmen auf der Oberseite der LOGO! werden die Kabel der Tastersteuerung befestigt. Auch hier gilt, Beschriften, dass man später für den Fall der Fälle sehen kann, welche Funktion an welchem Eingang anliegt. Falls man vergessen hat, sich Notizen zu machen, kann dies sehr viel Ärger ersparen beim späteren Programmieren und Zuweisen der Eingänge!
    Ich spreche aus Erfahrung :daddeln:


    Der Prüfer hat hier schon einen Fehler entdeckt und ihn glücklicherweise gleich behoben :pfeifen:


    Der rote Pfeil auf dem vorletzten Bild zeigt das letzte Kabel, das noch anzuklemmen ist. Auf dem letzten Bild ist die Steuerung schließlich komplett, naja fast!


  • Schritt 4
    Verbraucher anschliessen:


    Schließlich muss noch die Beleuchtungsanlage, sowie die Lüfter usw. angeschlossen werden.


    Die ganzen Kabel werden durch 2 Installationsrohre durchgeführt, die an einer Terrariumseitenwand aussen angebracht wurden, und am Deckel mit dem jeweiligen Verbraucher verbunden.
    Hier ist auch wieder eine Beschriftung von grossem Vorteil, zumindest bis der Verbraucher angeschlossen wurde.


    Die Kabel dann noch schön fixieren und gut.
    Eigentlich handelt es sich hier um Zugentlastungen, doch ich hab sie kurzerhand als Kabelfixierungen umfunktioniert.


    Die Schläuche für die Regenanlage dürfen natürlich nicht vergessen werden!


  • Schritt 5
    Kleine Gimmicks und Einstellungen:


    Zum Schluss hab ich mir noch einen Taster eingebaut, über den ich das Display der LOGO! mit den Temperaturen anzeigen lassen kann.
    Die Beleuchtungsdauer der Anzeige kann man im Software Programm einstellen (auf dem 1. Bild sieht man links unten in der Ecke den Drucktaster im natürlich selbstgebauten Gehäuse, achtet auf dem 2. Bild auf die LED-Beleuchtung im Schaltkasten).


    Das war auch zugleich das Stichwort für die nächste Aktion.
    Damit alles auch perfekt läuft, müssen natürlich alle Schaltungen eingerichtet und konfiguriert werden.
    Gerade bei den Gewitter- und Wolkensimulationen ist dies nicht einfach.
    Hier werden die Lampen unterschiedlich ein-ausgeschalten bzw. runtergedimmt, Lüfter erzeugen die Windsimulation, die LED-Streifen dienen als Blitzsimulation, dann setzt die Regenanlage ein und letztendlich fährt alles wieder auf Normalbetrieb zurück.


    Auch bei der Heizung habe ich mir wochenlang den Kopf zerbrochen, ich wollte eine Art Hysterese, damit die Heizkabel nicht dauernd aus und an gehen im Millisekundentakt und die Relais übermässig strapazieren. Ich habe das dann mithilfe von analogen Schwellenwertschaltern gelöst, die festlegen, ab welcher Temperatur sich das Heizkabel anschaltet und ab welcher wieder aus. Erst, wenn die Einschalttemperatur wieder erreicht wird, schaltet sich das Heizkabel wieder ein.


    Dank der Simulation kann man am PC alle Schaltungen grob austesten, trotzdem muss man sich damit schon längerfristig befassen und lernen, gerade wenn man, wie ich, sowas zum ersten Mal macht!
    Von heut auf morgen wird da nichts gehen!
    Die ganzen Grundfunktionsblöcke wie z.B. and, nand, or, nor usw. muss man schon Ansatzweise verstehen um überhaupt was Komplexeres zu erstellen. Das Blockbaukastenprinzip erleichert zwar die ganze Sache schon um einiges, aber ersetzt natürlich nicht das Wissen, was welcher Block für Eigenschaften hat und wofür man ihn einsetzen kann!


    Selbst mein Programm ist noch nicht perfekt, aber schon ziemlich Nahe dran :party:
    Für die UV-B Lucky Reptile Bright Sun soll z.B. noch ein Betriebsstundenzähler angehängt werden, muss aber noch schauen, ob ich noch genügend Blöcke zur Verfügung habe, die sind nämlich auf 200 begrenzt und auch da bin ich Nah dran :vinsent:
    Ebenfalls muss ich nochmal alles kontrollieren, ob ich da vielleicht noch was löschen kann.


    Im Sommer wird dann eine ähnliche Schaltung aufgestellt, nur die Zeiten werden sich etwas ändern.


    Das Programm kann schließlich mithilfe des Datenkabels übertragen werden auf das Logikmodul.
    Dann noch mit den Cursortasten auf Start gehen, OK drücken und in Deckung gehen :bomb:




    So, dass war's schon :hutab:
    Ich hoffe, es hat Euch Spass gemacht und ich konnte dem einen oder anderen einen Tipp geben, vielleicht auch Anregungen zum Nachbauen.


    Noch kurz erwähnen möcht ich ein paar Ratschläge, die ich allerdings auch erst nachträglich bekommen habe:
    Bei der Einspeisung des Power Moduls der LOGO!, wäre es besser noch einen 2poligen LS mit 10A zwischenzuschalten und bei der Absicherung der 230V Verbraucher statt B 16 Ampere Sicherungen B 13 Ampere zu nemen.


    Falls Ihr sonst noch Fragen habt oder einen Rat braucht, einfach mailen.


    Bis dann,
    Chris

  • Ja shit...ich hab den Schaltplan nochmal in der Originalgrösse hochgeladen, aber man kann den nicht soviel vergrössern, dass man ihn lesen kann :daddeln:
    Vielleicht häng ich noch ein paar Screenshots an, aber der ganze Plan wär halt schon perfekt.
    Ich versuch morgen noch was.


    Übrigens...Danke für die vielen positiven Antworten, freut mich sehr :thankyou:


    Hat mir jetzt keine Ruhe mehr gelassen, ich hab's jetzt mit nem link gemacht!
    Ich hoffe der Christian erteilt mal ne Ausnahmegenehmigung :applaus:


    Schaltplan wintertime


    Gruss,
    Chris

  • Hi Dario,
    du kannst auch eine Glöckner Möller EASY nehmen, ist glaube ich sogar günstiger wie Siemens. Und wen du noch eine zwischen Sicherung machst, dann weist du ja selber das du nie die gleiche Größe nehmen darfst, wie dein Zimmer abgesichert ist. Aslo du hast im Verteiler einen B16 Automat dann must du in deinem Terra einen B13 oder besser B10 setzten, wegen der Selektivität die du beachten musst.

  • hi,
    Ja die absicherung habe ich eine b13 eingebaut mit eigener differenzial schutzschalter.
    Habe shon ein Logo! gekauft, mit externem display. Bin sesshalb auf simens gebliben weil ich das in der schule schon hatte und desswegen die programmierung ein kinderspiel ist, programmiert habe ich es schon gestern, fehlen nur noch die termostate, solten heute kommen.


    Besten dank, grüsse Dario :thumbup:

  • Hallo Zusammen!


    Na und jetzt komme ich noch! Da bei mir die Steuerung noch immer ein Thema ist, hätte ich auch noch eine Frage:


    Hast Du auch Feuchtigkeitssensoren verbaut, welche bei einem geringen Wert Nebler oder Regenanlage in Betrieb setzt? Denn da habe ich noch nicht so viele Komponenten gefunden...

  • Wilhelm Tell , ich hab keine Feuchtigkeitssensoren, da meine Eingänge schon alle belegt sind!
    Du kannst das aber in Verbindung mit den Temperaturfühlern ganz gut machen. Wenn die Temperaturen hoch sind, fällt logischerweise auch die Luftfeuchtigkeit, zumindest, wenn sie von Lampen erzeugt werden.
    Wenn Du also ab einer bestimmten Temperatur die Regenanlage (Gewitter bei mir) aktivierst, hast Du auch wieder Luftfeuchtigkeit.
    Bei mir läuft das Gewitter 3x in der Woche mit einem Zufallsgenerator und zusätzlich ist die Regenanlage noch mit dem oberen Temperaturfühler kombiniert.


    Wenn Du willst, kann ich auch nochmal mein modifiziertes LOGO Programm uploaden :pfeifen:


    Gruss,
    Chris

  • @ chris-rocks
    Herzlichen Dank für Dein Angebot! Evt. komme ich gerne darauf zurück. Ich habe schon einen genauen Plan, was ich wie steuern möchte.


    NUR:


    Ich möchte mehr über den PC gehen. Habe nun einen kleinen Barabones ersteigert. In der Terrariumwand habe ich einen 15" Monitor eingebaut und möchte mit diesem eingies überwachen und regeln. So auch verschiedene Buttons für zB: "Revision". Damit wenn ich die Tür aufmache und die LF abfällt mir nicht über den Kopf regnet. Auch sämtliche andere Funktionen möchte ich mit Buttons lösen. Habe nun auch was feines gefunden...

    Da kannst Du unendlich viele spezielle Klemmen anhängen. Was Du gerade brauchst. Analoge Ein/Ausgänge, Digitale Ein/Ausgänge, Dimmer undundund... Versuche evt. über das System zu verwirklichen. Aber ich muss noch immer mit einem Bekannten zusammensitzen der sich damit auskennt. Ich komme ursprünglich auch aus dem Gebiet aber habe keine Ahnung mehr. Früher konnte ich auch SPS programmieren und heute... naja, lassen wir das Mal.


    Aber ich weiss noch nicht, ob ich irgendwelche LF Fühler anschliessen kann. Gibt zwar für die Temp. spezielle Klemmen, aber LF muss ich fragen.


    Hoffe es geht in diesem Bereich was. Sonst werde ich SEHR gerne auf Dein Angebot zurückkommen und mit dem LOGO! was erstellen.

  • Hi Klaus, berechtigte Frage... gerade in der momentanen Zeit, aber ich glaub nicht das ein Hacker Interesse daran hat die Daten vom Terrarium zu klauen. Meistens geht es denen doch um Email Adressen um Spam zu betreiben. Das andere ist, er könnte vielleicht die Lampen und Co durcheinander bringen.


    Deswegen wird es immer Pflicht sein, das auch im Urlaub jemand nach dem rechten sieht, die Fütterung kann ja bei den meisten Reptilien mal eine Woche ausfallen... davon fallen sie nicht gleich vom Ast. Eventuell kann die Aufsichtsperson dann über ein Button die Anlage Reseten und vom WWW trennen.

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