Heuschrecken-Zuchtbehälter

  • Hey Christian,


    der Energieaufwand ist in der Tat nicht gering. 25W und 75W, jeweils von morgens früh bis in den sehr späten Abend. Allerdings: Sobald die Heuschrecken paarungsfähig sind, tun sie das auch: Ich "ernte" mittlerweile täglich mehrere hundert Eier. Die Schlupfraten sind ebenfalls hoch und es bedarf keines zusätzlichen Energieaufwandes zwecks Inkubation. Hier reicht ein gut temperierter Raum oder eine warme Stelle (auf einem Terrarium - Abwärme der Wärmelampen meiner Waranterrarien reichen hier beispielsweise) aus.


    Auch die jungen Tiere müssen nicht ganz so aufwändig beleuchtet werden. Der Ertrag ist also hoch - für mich lohnt es sich also, weil ich selbst mit meinen vier Waranen einen sehr hohen Bedarf habe und ein Freud von mir ein ganzes Haus voller potentieller Abnehmer hat und ich "überschüssige" Heuschrecken so gut loswerden kann.


    Der Verkauf an ein Zoogeschäft oder so lohnt sich aber sicherlich nicht. Ich filme derzeit eine "Generation" und stelle die Ergebnisse auf YouTube zur Verfügung, siehe

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    . Vielleicht hilft das dem einen oder anderen - vielleicht hat auch noch jemand Tipps und Hinweise :)

  • Naja, ein YouTuber hat jetzt ein Projekt mit einer "Mini-Box" gemacht, die er nur mit einer Energiesparlampe beleuchtet. Er sagt, in dieser kleinen Box kommt er auf die gewünschten Temperaturen.


    In diesem Setup könnte es auch für kleinere Zuchtmengen rentabel werden. Ich habe damit allerdings noch keine Erfahrungen gemacht.


    Sein Video:

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    Und - wie ich schon sagte - ich mag es tatsächlich, die Heuschrecken zu halten, daher würde ich derzeit auch 5€ pro Monat drauf legen.

    Die sind echt ziemlich interessant - man bekommt einen Eindruck davon, warum diese (und nicht nur in der Bibel) zu Plagen werden können :D


    Dazu kommt, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass meine Heuschrecken sehr gut ernährt wurden (vielleicht müsste man irgendwann spaßeshalber die Nährstoffgehalte einer selbst gezüchteten Schrecke mit denen einer im Zoofachhandel gekauften Schrecke analysieren lassen). Sie leben lange und sind agil. Wenn sie in ein gewisses Alter gekommen sind, werden sie verfüttert - bis dahin hatten sie bei mir, so weit würde ich schon gehen, ein ganz gutes Leben. Allein das freut mich sehr. Das kommt bei mir aber auch aus der Not heraus, dass der Zooladen des Ortes sehr geringe "Lebendquoten" bei Futtertieren hat. Ich vermute, die stehen zu lange herum und verhungern irgendwann oder sterben an mangelnder Wärme/Bestrahlung - und das ärgert mich schon. Klar, ob die Heuschrecken jetzt im Zoofachhandel "leiden" kann ich nicht beurteilen, aber dennoch störte es mich, dass von 10 Tieren im Schnitt 8 tot waren ;).

  • Also - falls es Dir hilft, Dich zu überzeugen: Ich hatte gestern Schlupftag :D Es sind ca. 200 Heuschrecken geschlüpft. Und das sind nur ca. 10% der Eiablagegefäße gewesen, die die Eltern-Generation so befüllt hat. Man muss da schon sagen, dass die Generation schon sehr produktiv war.


    Mittlerweile erreichen viele ihr Lebensende (ich habe mal geschaut: Die Tiere wurden Ende Januar als "große" Heuschrecken geliefert und haben sich nach ca. einer Woche bereits gepaart - da ist ein Überleben bis Anfang April schon sehr sportlich ;) ).


    Angenommen die Verluste bleiben gering, dann kann sich das schon lohnen, sofern man selbst genügend Abnehmer hat :)


    Ich hänge mal ein Bild an - dort sieht man die ersten drei, die sich gestern früh haben blicken lassen - da hatte ich dann noch Zeit, das fix zu fotografieren. Vielleicht schaffe ich es heute, ein Bild vom voll besetzten Zuchtbehälter zu machen. Das ging dann irgendwann Schlag auf Schlag - alle paar Sekunden sah man etwas neues, was aus dem Ablagebehälter entstieg.


    Auf dem Bild sieht man auch schon ganz schön, dass die eine frisch geschlüpfte Schrecke noch sehr hell ist, während die andere schon dunkler ist. Ich habe gestern das Behältnis relativ lange beobachtet und festgestellt, dass die Einfärbung sehr schnell geschieht - teilweise binnen einer Stunde. Wahrscheinlich ist das auch temperaturabhängig - die Eiablagebox steht bei ca. 33-35°C Substrattemperatur.


    wanderheuschrecken-geschluepft-1.png

  • Hallo SPQRInc,

    brillanter Beitrag, kann man nur beglückwünschen. Habe diverse Grillen nach dem gleichen Prinzip gezüchtet jedoch nach eigenem anderen System mit anderer Ausführung, jedoch habe ich lediglich diverse Grillen gezüchtet da ich über mehrere Jahrzehnte ausschließlich Bodengeckos gehalten habe, da sind Heuschrecken ein bisschen zu groß. Was für die eigene Zucht spricht kann ich dir nur recht geben, da ich das gleiche Problem mit dem Zoohändler habe wie. Gerade im Winter wirds schwierig. Nun sind unsere Kinder aus dem Haus und somit habe ich wieder Platz für ein eigenes Terrariumzimmer. Bin seinerzeit aus meinem Terra- Zimmer geflogen und musste mich was die Terragröße betrifft verkleinern was man mit Geckos ganz gut machen kann. Nun steht der Bau großen Terra für Wasseragamen an und so brauche ich Heuschrecken. Habe mich inspirieren lassen durch einen Artikel über die Zucht von Heimchen. Verfaßt von Jiri Gabriel, Tiergarten Schönbrunn mit dem Titel "Eine wenig bekannte Methode der Heimchenzucht mit hoher Produktivität ". Werde mal nachdenken wie das in mein System einbauen kann, ich mag wenn die Arbeitsschritte eine gewisse Automation unterliegen um die Arbeit möglich gering halten. Bei mehreren Insektenarten unumgänglich. Zur Zeit ist meine Anlage in stand by. Dein Beitrag hat mir da sehr geholfen. Vielen Dank


    Und noch was für Christian, der Artikel ist erschienen im "Jahrbuch für den Terraraner" , Band II/1994 in dem auch ein Artikel über Wasseragamen ist. Ist vielleicht was für die Wasseragamenbibliothek.

    Viele Grüße

    Heiko

  • Ich habe bis jetzt immer die Futterinsekten bzw. Heuschrecken einfach gekauft. Da ich doch ziemlich viele brauche, werde ich mich jetzt auch mal näher mit der Zucht auseinandersetzen. Der Beitrag hat mich auf jeden Fall dazu motiviert.

    • Offizieller Beitrag

    Und noch was für Christian, der Artikel ist erschienen im "Jahrbuch für den Terraraner" , Band II/1994 in dem auch ein Artikel über Wasseragamen ist. Ist vielleicht was für die Wasseragamenbibliothek.

    Viele Grüße

    Heiko

    da sind mir die Hände gebunden, Datenschutz und Kopierrechte ?

  • Hallo Christian,

    ich habe mir schon sowas gedacht, sonst hätte ich das Ganze kopiert und angehängt. Aber vielleicht kann man die Quelle angeben. Dann müssen Intressenten selbst drum kümmern. Der Artikel ist nich so von hoher Qualität. Hier kann ich nur auf den Artikel von Klaus Dedekind erwähnen. Klaus war Leiter in der Krokodilhalle vom Tierpark Berlin (Ost), erschienen in der alten Salamandra der DGHT. Klaus ist jetzt aber in Rente

    FINDET auch in den Literaturhinweise in Heiko Wernigs Wasseragamenbuchen. Zwar alt aber sicher Informativ.


    Hallo ICWIENER,

    kann dich nur aufmuntern diesen Schritt zu gehen. Die Video Reihe hat mir auch einiges Neues vermittelt.

    Aber jetzt steht erstenmal Terrarienplanung an. Vor Anschaffung der Tiere muß die Zucht natürlich laufen.

    Nur Mut, ist auch Superinterresant.


    Viel Glück und viele Grüße aus Lüneburger Nordheide

    Heiko

  •  Christian

    Hat das Label Futtertierbox hinzugefügt.

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