Zwergwüstengeckos

  • Zwergwüstengeckos - Tropiocolotes steudneri

    1 Herkunft


    Die kleinen Zwerggeckos kommen aus dem Habitat Sandwüste und Geröllwüste in bestimmten Gebieten von Lybien, Ägypten, Marokko, Tunesien und südlich des Sudan. Entdeckt wurden sie von Hermann Steudner im 19.Jahrhundert.

    2 Aussehen


    Sie sind von kleine zarten Körperbau und erlangen eine Gesamtlänge von 50-70mm. Auf de Waage mag ich sie gar nicht setzen wollen, es würde sicher kaum was anzeigen.
    Ihre Grund-Färbung ist von hellgelb-beige bis ins ocker gehende , je nach Temperatur und Stimmung ist das leicht veränderlich. Der Körper ist mit kleinen dunkelbraunen und weißfarbigen Pünktchen besetzt, der Schwanz dagegen hat eine leichte Bänderung mit Brauntönen.


    3 Verhalten


    Vom Verhalten her schätze ich sie agil ein, tagsüber sind sie mehr beim Relaxen an warmen Stellen im Terrarium, aber sowie die Beleuchtung ausgeht kommt ihr dämmerungs-und nachtaktives Verhalten zur Geltung. Sie klettern durchaus gerne an den Rückwänden entlang, sowie durch das trockene Geäst und es wird auch mal wie ein Äffchen von Ast zu Ast gesprungen. Dazu kann man gerade in den Abendstunden ein leisen , aber unüberhörbares Fiepen von ihnen hören. Anfangs dachte ich, wieder mal eine Grille entlaufen, da diese Töne dem etwas gleichen, aber erkannte schnell, dass es die Geckos sein müssen. Die Tiere sind untereinander sehr gut verträglich und es ist durchaus möglich mehrere Männchen in einer Gruppe zu halten, aber sie sollten auf keinen Fall einzeln gehalten werden.


    4 Terrarium


    Dies ist mal ein Tier , was in der Terrarienhaltung weniger anspruchsvoll ist, vor allem vom Platzbedarf. Eine kleine Gruppe aus 1,2 Tieren kann man schon ein einen 30er Terrarium halten. Meine Tiere 1,2 Besatz pflege ich in einen Terrarium der Größe 40 x 30 x 30 cm . Je größer die Gruppe, desto mehr Platz sollte logischerweise angeboten werden. Einrichtung gestaltet sich dem Wüstenbewohner entsprechend trocken mit Sandsubstrat, Steinen , Kletter-Rückwand und trockenen Geäst, ein Sukkulent könnte auch noch darin Platz finden. Beleuchtung des kleinen Beckens habe ich mit einer 9 Watt - Tageslicht-Sparlampe, für die Wärme von unten habe ich eine 4-Watt-Rainforest-Heizmatte, welche durchgängig Tag und Nacht heizt. Demnächst kommt noch zusätzich ein Niedervolt-Halogenstrahler mit 20 Watt als zusätzliche Wärmequelle. Der Standort bei mir ist im Mansardenzimmer im Sommer sehr warm und im Winter eher kalt und muss dadurch noch zusätzlich Wärme einbringen. Die Grundtemperatur im Terrarium soll bei 26-30°C liegen, punktuell kann es auch mal 40°C sein, aber auf keinen Fall das ganze Terrarium.


    5 Ernährung


    Zur Ernährung kann ich sagen, dass sie sich nur carnivor (fleischfressend) ernähren. In ihr Beuteschema fällt alles was klein , zappelig und in ihr Mäulchen passt, dazu gehören z.Bsp. Microheimchen oder-grillen, Drosophila, kleine Würmchen, kleine frisch geschlüpfte Heuschrecken und sicher noch vieles mehr , was entsprechend klein ist. Gefüttert wird bei adulten Tieren 3x die Woche, verabreiche es am frühen Abend. Ein Wassergefäß sollte stets und ständig gefüllt vorhanden sein, habe sie zwar noch nicht trinken sehen, aber finde es für wichtig.Tgl. sprühe ich ein wenig in eine Ecke, diese Ecke , wo auch der Wassernapf platziert ist, so dass die Tiere wissen, wo die kühle feuchte Zone im Terrarium ist. Als Wassernapf habe ich eine Schraubkapsel einer Wasserflasche genommen und sogar noch ein wenig in der Höhe gekürzt.
    Wichtig, wie bei allen anderen Reptilien auch, die Vitaminisierung durch Bestäuben der Futtertiere mit Calca-Mineral oder andere Vitamin-Mineral-Präparaten.


    6 Geschlechtserkennung


    So klein wie die Zwerge auch sein mögen, aber hier sieht man klar und deutlich das Geschlecht, denke mal nicht von klein auf, aber ab subadulten Alter sicher.
    Die Männchen erkennt man an den Hemipenestaschen, welche sich wie 2 helle Punkte hinter der Kloake darstellen. Bei dem Weibchen hingegen sieht man das natürlich nicht und somit sind diese Tiere gut zu unterscheiden. Damit man das in Ruhe anschauen kann, sollte man das Tier in eine Heimchenbox tun und es einfach von unten betrachten.*Tipp*.


    7 Vermehrung


    Die Balzzeit ist auch für uns Menschen gut zu hören, denn jetzt geben sie in den Abendstunden besonders viel Balzrufe durch das Zirpen/Quieken ab. Adulte Weibchen legen meist saisional 1 Ei ab in Abstand von 4-5 Wochen, welches nur ein paar mm Umfang hat und schön weiß aussieht. Bei mir wurden die ersten Eier an den wärmsten Stellen des Terrariums gefunden, einmal in einer leeren Schneckenhöhle nahe der Heizung , ein anderes unmittelbar neben dem Heizlicht und über der Heizmatte.


    Dieses Ei kann in ein Inkubator überführt werden , oder auch in dem Terrarium belassen werden.
    Unsere ersten zwei Eier habe ich in den Inkubator überführt und trocken auf Sand bei 28-29°C gelegt. Der Schlupf wäre jetzt abzuwarten.*hoffend*


    Das geschlüpfte Jungtier kann sogar mit den Eltern zusammen aufwachsen, ohne dass es zu fressfeindlichen Übergriffen kommt.


    Der Inhalt dieses Artikels wurde mit Genehmigung von: Tinie`s Reptilien / www.wasseragame.de erstellt!

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