Zwergbartagamen

  • Die Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) ist eine der kleinsten australischen Bartagamen.

    1 Heimat


    Heimat der Zwergbartagamen das ist das im Nordosten Australiens gelegene zentrale und westliche Queensland. Sie leben hier auf Schwarzerdeb√∂den mit sp√§rlicher Vegetation. In diesem steppen√§hnlichen Lebensraum gibt es so gut wie keine B√§ume, sondern √ľberwiegend kleine B√ľsche. Leider wird die P.henrylawsoni in ihren Habitat immer weiter zur√ľck gedr√§ngt, verantwortlich daf√ľr sind Landwirtschaft und Viehzucht.


    Die Pogona henrylawsoni ist die kleinste Bartagame ihrer Art, welche erst im Jahr 1985 als die Lawsons Bartagame beschrieben wurde.Lange Zeit waren die Tiere unter den Namen Pogona rankini bekannt, welcher aber niemals als wissenschaftlicher Name anerkannt war. Später kam dann noch kurzzeitig der Name Pogona brevis hinzu.


    2 Verhalten Lebensweise


    Die Größe ist KRL ca. 13cm , dazu kommt nocheinmal die Schwanzlänge von ca. 15cm, man kann in der Regel davon ausgehen, dass sie eine Gesamtlänge von 25 - max. 30cm haben.


    Von der F√§rbung k√∂nnen auch die Zwergbartagamen sehr variabel sein von normalen Wildfarbe √ľbergehend bis zu den derzeit ber√ľchtigten Farbformen gelb- rot- wei√ü, ist auch ihre Art vertreten, aber nehmen noch in ihrer Art derzeit einen geringen Marktanteil ein .


    Das M√§nnchen ist bei den Zwergbartagamen definitiv das kleinere Tier, meist 2-3cm k√ľrzer als das Weibchen. Im Gegensatz zu den gro√üen Bartagamen k√∂nnen die kleinen ihrer Art ihren Bart nicht so sch√∂n ausgepr√§gt aufstellen, auch die Farbgebung w√§hrend des Imponierverhaltens des m√§nnlichen Tieres ist nicht so auff√§llig. Einige Unterschiede ausser die Gr√∂√üe ist bei der Art Pogona henrylawsoni schon erw√§hnenswert, sie haben einen runden Kopf, weniger Bestachelung am K√∂rper und die Ohr√∂ffnungen sind oval.


    Die Jungtiere , welche schl√ľpfen sind ca. nur halb so gro√ü und gewichtig, wie die der P.vitticeps ! Bei Jungtieren erkennt man auch die P.henrylawsoni an der typisch orang gef√§rbten Mundschleimhaut


    3 Vergesellschaftung

    • die Zwergbartagamen kann man mit der eigenen Art sehr gut vergesellschaften, allerdings von anderen Arten ist prinzipiell in unseren relativ kleinen Terrarien abzuraten
    • weiterhin sollte die Zwergbartagame in Gruppe gepflegt werden, entweder als P√§rchen 1,1 oder als Gruppe mit 1,2 - 1,3 Tieren , da ich das wilde Paarungsverhalten von unseren Klaus miterleben durfte , kann ich eigentlich nur zu einer Gruppe ab 2 Weibchen raten, schon alleine deshalb, um das einzelne Weibchen zu entlasten oder 2- 4 Weibchen ohne M√§nnchen
    • eine Einzelhaltung ist auch m√∂glich, wovon ich pers√∂nlich weniger √ľberzeugt bin und eher abrate, denn meine 3 Zwergbartagamen verstehen sich sehr gut und konnte bisher noch keine Streitereien feststellen, finde sogar die Aufzucht in Gemeinschaft sehr wichtig, damit die Tiere lernen sich in Gruppe anzupassen und sich durchsetzen zu k√∂nnen, sie bekommen dabei mehr Lebensinhalt, als bei einer Alleinhaltung, dazu kommt, es ist sch√∂n anzuschauen, wie sie miteinander leben

    4 Zutraulichkeit


    die Zwergbartagame ist ein sehr zutrauliches Tier, weder aggressiv noch scheu und kann in der Hinsicht jeden Neueinsteiger zu diesem Tier raten, da ihr Verhalten gegen√ľber ihren Pfleger absolut zutraulich ist, so dass die Pflege geradezu einfach und liebenswert ist.


    5 Verhalten

    • das Nicken ist ein Zeichen von dem M√§nnchen , welches sein Revier damit geltend machen m√∂chte, sowie ein Ritual vor der Paarung
    • das Armrudern ist ebenfalls ein Revierverhalten , was meist vom Chef - dem M√§nnchen kommt, kann aber unter Umst√§nden auch vom Weibchen kommen
    • wenn das hefige Nicken mit einen Umkreisen des Weibchens zusammen auftritt, und diese das Nicken & Winken wiederholt, dann kann man von einen Paarungsverhalten ausgehen, danach kommt der sogenannte Bi√ü in Nacken oder oftmals seitlich in den Kopf
    • das Lecken oder Aufnehmen von Ger√ľchen durch die Zunge kann oft von den Zwergbartagamen beobachtet werden - wie fast von allen Agamenarten, wenn das Revier neu ist , um so mehr,sogar Artgenossen aus dem Terrarium werden angeleckt - Grund hierf√ľr ist nicht nur das Markieren, sondern vorrangig das Riechen, sie nehmen mit der Zunge Ger√ľche auf und k√∂nnen sie durch das Jacobsche Organ , welches oberhalb des Kiefers liegt , wahrnehmen

    6 Terrarienhaltung


    Die Zwergbartagamen sind die kleinere Alternative zu den Pogona vitticeps und k√∂nnen durch ihre geringere Endgr√∂√üe in etwas kleineren Beh√§ltnissen gehalten werden. Ein Minimum f√ľr ein P√§rchen sollte trotz L√§nge eines adulten Tieres von ca. 28-30cm ca.120cm x 60 cm x 80cm sein. Die Temperaturen sollten bei 28¬į - 30¬į C , punktuell bis 50¬įC , Luftfeuchtigkeit 50- 60% kurzzeitig h√∂here LF angenehm, was auch arttypisch ist- also gelegentlich auch mal spr√ľhen. Die Ausstattung sollte ein W√ľsten-Steppenterrarium sein.


    7 Bodensubstrat

    • hier kann man ebenfalls verschiedene M√∂glichkeiten an Substrat einbringen, findet selber raus, was ihr nehmen m√∂chtet
    • die einfachste und billigste L√∂sung ist Spielzeugsand , allerdings ist er trotz DIN-Vorschriften deutschen Gesetz nicht immer so sauber, dass ich diesen ohne Vorbehandlung verwenden hierzu verwenden w√ľrde, ebenfalls sollte er vor Anwendung getrocknet werden (vor die Heizung stellen, auf keinen Fall na√ü verwenden und Tiere einsetzen!)
    • manche sind f√ľr lehmhaltige B√∂den und w√ľrden diesen Spielzeugsand mit Lehmpulver aufmischen, so dass es ein hartes - kaum grabf√§higes Gemisch gibt ,vielleicht wenn die Mischung nicht allzu hart angesetzt wird, so dass es noch grabf√§hg ist, eine gute Alternative, jetzt gibt es schon Lehmpulver in verschiedenen Farbformen
    • oder zoohandlungsfertig gibt es die lehmhaltigen roten Terrariensubstrat-Sandb√∂den , wo ich leider die Erfahrung machen mu√üte , dass dieser in Zusammenhang mit Wasser, die Tiere rot f√§rbt, der rote Sand wird ansonsten ziehmlich fest, sicherlich gibt es hier auch Qualit√§tsunterschiede und muss das testen, von der Sache her ist dieses Substrat richtig
    • f√ľr g√ľnstig halte ich den Terrariensand/ W√ľstensand in gold oder wei√ü, dieser ist nicht nur sauber, sondern auch mit der richtigen K√∂rnung von 0,2 - 0,6mm Rundkorn- also ausgewaschen und nicht scharfkantig !
    • dann gibt es Vogelsand, welcher ebenfalls empfohlen werden kann und die eingef√ľgten Kalkst√ľckchen noch von Vorteil sind, allerdings diesen ohne Anis√∂l-Zusatz
    • eine weitere saubere preiswerte L√∂sung ist Quarzsand, obwohl mir mal gelehrt worden ist, er w√§re f√ľr Echsen weniger geeignet, da der scharfkantige Sand sich zwischen den Schildern oder an den Augen einlagern k√∂nnte und zu Entz√ľndungen f√ľhrt, die Praxis jedoch hat erwiesen, dass die Bartagamen auch auf diesen Substrat erfolgreich gehalten werden
    • f√ľr meine Tiere habe ich mich f√ľr Quarzsand color-harzummantelt entschieden, hier habe ich mehr den optischen Aspekt gew√§hlt, durch die Harzummantelung ist garantiert keine Ausf√§rbung, zus√§tzlich ist das scharfkantige durch die Umh√ľllung des des Sandkorns genommen, und eine supersaubere L√∂sung, allerdings auch die teuerste M√∂glichkeit, davon abgesehen w√ľrde ich ihn nicht
    • noch einmal kaufen, da er sich als ung√ľnstig erwiesen hat, das harzummantelte Substrat kann kein Wasser aufnehmen und perlt das Wasser ab, f√ľr eierlegende Weibchen - welches feuchtes Substrat braucht - sehr ung√ľnstig und nicht empfehlenswert !
    • dann gibt es noch die ganz einfache L√∂sung von d√ľngefreien Humus- Sand-Lehmgemisch, praktisch ein fester Erdboden, finde ich pers√∂nlich etwas unsauber, kann aber durchaus verwendet werden- in der Natur leben sie auf Schwarzerde, also nicht ganz so abw√§gig ,wie es vielleicht klingt
    • - mancher reichert sein Substratboden noch zus√§tzlich mit Kieselsteinchen an, auch das wurde erfolgreich praktiziert, was mir pers√∂nlich widerum kein Grund gibt zu verwenden

    8 Winterruhe


    Die Winterruhe wurde bei den Zwergbartagamen im Jahr 2007 das erste mal vollzogen, allerdings lief wieder mal nix nach Plan, sie hatten ihre eigene Vorstellung.
    Nachdem ich sie im ersten Winter im Alter von 5-6 Monaten nicht schlafen lassen habe, fingen sie im kommenden Sommer an zu schw√§cheln, lustlos,gruben sich ein und fra√üen nicht. Meine erste Vermutung, sie haben Parasiten und lie√ü sie vom Tierarzt untersuchen, sowie die Kotprobe - Fehlanzeige, alles im gr√ľnen Bereich. Es war Juni, das sch√∂nste Wetter , ich hatte mir ein Flexarium f√ľr die beiden Zwergbartagamen zugelegt, damit sie das UVB im Freien genie√üen konnten. Nein, ich konnte sie f√ľr nichts begeistern, wo sie waren, gruben sie sich ein - eigenartig. Nun hatte ich noch den Glauben, ihnen ist es zu warm, manchmal machen sie das, wenn es zu warm ist. Gut, ich schaltete die Sonnenspots aus, es war nur noch das Tageslicht an und kam ...da ja Sommer ...noch auf gute 25¬įC Temperatur im Terrarium.


    Da sie ihre Ruhe wollten, gewährte ich ihnen diese, es fing langsam im Juni an, ab Juli lagen sie ganz fest und ging bis Ende August. Muss sagen, mir war es nicht ganz wohl dabei und hatte keine andere Wahl, als sie ruhen zu lassen. Ab Ende August kam dann dieser und jener mal geschaut,hielt sich dann auch schon wacker auf den Beinen. Nun versuchte ich langsam die Beleuchtung hochzufahren, mit wenig Stunden die Spotbeleuchtung zugeschaltet...welche auch gleich genutzt wude. Die Eingewöhnungsphase bis sie wieder richtig gefressen haben, dauerte ca. 2 Wochen, dann waren sie topp-fit und flitzten wie gewohnt durch das Terrarium.


    Einige Tage sp√§ter beobachtete ich auch schon Klaus eifrig im Paarungsverhalten und die ersten Paarungen. He, dachte ich mir,wir haben September und die beiden haben jetzt Fr√ľhling, sie haben wirklich im Sommer ihren Winterschlaf vollzogen, da wurde es mir erst richtig bewu√üt. Am 8.Oktober hat Holly die erste Eiablage von 17 befruchteten Eiern gehabt. Noch einige Eiablagen folgten, denn wo wir Winter haben, haben meine beiden Zwergbartagamen Hochsommer und Hochsaison, daran sollte ich mich jetzt gew√∂hnen *lach*.


    Die folgenden Sommerzeiten liefen ebenso ab, Ende Mai fing Holly schon wieder an zu graben OK, ich lie√ü den Willen meiner Zwergbartagamen Lauf und sie begaben sich ab Mai/Juni in tiefster "Winterruhe", eigentlich m√ľsste man es anders nennen, aber es ist die Ruhe von 2-3 Monaten, wo die Tiere sich wieder regenerieren k√∂nnen.
    Der Schlaf h√§lt jedesmal von Anfang April/Mai bis Juli/August an. Hier noch einige Fotos dazu ! Meine Beobachtungen gegen√ľbner unserer NZ sind nun auch widerum auf diesen Rythmus eingestellt und erhielt gelegentlich Nachricht, dass die Jungtiere sich im Sommer zur Ruhe legten. Im Grund genommen nicht verkehrt, dann in Australien haben wir in deutschen Sommern auch Winter.

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